Nachdem Amazon vor über zehn Jahren mit dem Fire Phone eine Bruchlandung erlebte, gibt es nun Berichte, dass der Online-Riese erneut in den Smartphone-Markt einsteigen will. Diesmal soll der Fokus jedoch ganz auf Amazons Sprachassistentin Alexa liegen. Das berichtet Reuters unter Berufung auf interne Quellen.

Das Projekt, intern unter dem Codenamen "Transformer" geführt, wird von Amazons ZeroOne-Gruppe entwickelt. Geleitet wird diese von J Allard, einem ehemaligen Microsoft-Manager, der maßgeblich an der Entwicklung von Zune und Xbox beteiligt war. Dies deutet darauf hin, dass Amazon es mit diesem neuen Anlauf ernst meint und auf erfahrene Köpfe setzt, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen.

Interessant ist, dass Alexa nicht zwangsläufig das primäre Betriebssystem des Telefons sein soll. Dies lässt Raum für Spekulationen. Möglicherweise plant Amazon eine Art Hybrid-Lösung, bei der Alexa tief in ein bestehendes Betriebssystem wie Android integriert wird, oder aber eine schlankere, eigene Oberfläche, die speziell auf die Sprachsteuerung ausgerichtet ist.

Berichten zufolge hat Allards Team sowohl Smartphone- als auch "Dumbphone"-Designs in Erwägung gezogen. Inspiration fand man angeblich beim minimalistischen Light Phone, das sich durch ein Schwarzweiß-Display und den Verzicht auf viele herkömmliche Smartphone-Funktionen auszeichnet. Dies könnte darauf hindeuten, dass Amazon ein Gerät entwickeln will, das bewusst auf Ablenkungen verzichtet und den Fokus auf die wesentlichen Funktionen und die Interaktion mit Alexa legt.

Die Frage ist, ob Amazon mit einem Alexa-zentrierten Smartphone Erfolg haben kann. Der Markt ist hart umkämpft, und die Nutzer haben sich an etablierte Betriebssysteme und Ökosysteme gewöhnt. Das Fire Phone scheiterte seinerzeit nicht nur an technischen Mängeln, sondern auch an einem fehlenden Mehrwert und einer mangelnden Akzeptanz durch Entwickler und Nutzer.

Amazon muss aus diesen Fehlern lernen und ein Smartphone entwickeln, das Alexa nahtlos und intuitiv integriert und den Nutzern einen echten Mehrwert bietet. Dies könnte beispielsweise durch eine besonders einfache Bedienung, innovative Sprachsteuerungsfunktionen oder eine tiefe Integration in das Amazon-Ökosystem gelingen. Die Konkurrenz schläft aber nicht: Auch andere Hersteller arbeiten intensiv an der Integration von KI in ihre Geräte. Es bleibt also spannend zu sehen, ob Amazon mit "Transformer" tatsächlich eine zweite Chance im Smartphone-Markt nutzen kann.