Apple hat offiziell das Ende des Mac Pro Tower-Desktops bekannt gegeben. Gegenüber 9to5Mac bestätigte das Unternehmen, dass die letzte Mac Pro-Iteration – ein Modell mit M2 Ultra Chip, das Mitte 2023 auf den Markt kam – die letzte sein wird, zumindest vorerst. Es gibt derzeit keine Pläne für einen Nachfolger.

Diese Entscheidung dürfte für niemanden überraschend kommen, der die Entwicklung aufmerksam verfolgt hat. Bereits Ende letzten Jahres gab es Berichte, dass der Mac Pro auf die lange Bank geschoben wurde. Tatsächlich schwebte der Desktop-Rechner aber schon seit Mitte der 2010er Jahre in Gefahr, vom Radar zu verschwinden. Damals stagnierte die Entwicklung des kontroversen zylindrischen „Mülleimer“-Designs des Mac Pro über einen Zeitraum von sechs Jahren ohne jegliche Updates.

Im Jahr 2019 gab es kurzzeitig ein Wiederaufleben des Engagements von Apple für seine professionellen Desktop-Rechner. Mit einem neuen Design, das an die vielseitigeren und aufrüstbaren Versionen des Power Mac und Mac Pro erinnerte, schien Apple wieder auf dem richtigen Weg. Doch als das Gerät vier Jahre später mit dem M2 Ultra aktualisiert wurde, war bereits klar, dass die Idee eines klassischen, hochleistungsfähigen Desktop-Rechners innerhalb Apples Strategie an Bedeutung verloren hatte.

Die Gründe für das Ende des Mac Pro sind vielfältig. Zum einen hat die Entwicklung der hauseigenen Apple Silicon Chips, insbesondere der M-Serie, dazu geführt, dass die Leistung von Laptops und kompakteren Desktop-Systemen erheblich gesteigert werden konnte. Die Notwendigkeit eines großen, teuren Tower-Rechners für professionelle Anwendungen ist dadurch in vielen Bereichen entfallen.

Zum anderen hat Apple in den letzten Jahren verstärkt auf eine geschlossene Systemarchitektur gesetzt, die Aufrüstbarkeit und Individualisierung erschwert. Dies steht im Gegensatz zu dem ursprünglichen Konzept des Mac Pro, der sich gerade durch seine Erweiterbarkeit auszeichnete. Die letzte Version des Mac Pro mit M2 Ultra Chip bot zwar eine hohe Leistung, war aber dennoch in ihren Erweiterungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.

Was bedeutet das für professionelle Anwender? Apple bietet weiterhin leistungsstarke Alternativen an, darunter die Mac Studio und die verschiedenen MacBook Pro Modelle. Diese Geräte sind zwar nicht so flexibel wie ein klassischer Tower-Rechner, bieten aber dennoch eine enorme Rechenleistung und eignen sich für eine Vielzahl von anspruchsvollen Aufgaben.

Das Ende des Mac Pro markiert das Ende einer Ära. Es ist ein Zeichen dafür, dass sich die Anforderungen an professionelle Computer verändert haben und dass Apple seine Strategie entsprechend anpasst. Ob diese Anpassung langfristig erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Für viele Anwender, die auf einen klassischen, aufrüstbaren Desktop-Rechner angewiesen sind, ist das Aus des Mac Pro jedoch ein schmerzlicher Verlust.