Die Welt der Klänge ist vielfältig: Vogelgezwitscher erfüllt die Luft, während Walgesänge durch die Tiefen des Ozeans hallen. Trotz der unterschiedlichen Medien und Klangstrukturen gibt es erstaunliche Überschneidungen, die nun eine Künstliche Intelligenz (KI) aufgedeckt hat. Die Rede ist von Perch 2.0, einem Audio-Modell von Google DeepMind, das ursprünglich für die Analyse von Vogelstimmen entwickelt wurde.
Perch 2.0 ist ein sogenanntes Bioakustik-Basismodell. Das bedeutet, dass es mit Millionen von Aufnahmen von Vögeln und anderen Landtieren trainiert wurde, darunter Amphibien, Insekten und Säugetiere. Ziel war es, ein umfassendes Verständnis der akustischen Vielfalt der Tierwelt zu entwickeln. Doch was dann geschah, überraschte selbst die Forscher: Das Modell zeigte eine unerwartet hohe Leistungsfähigkeit bei der Analyse von Walgesängen.
Die Wissenschaftler von Google DeepMind und Google Research forschen bereits seit fast einem Jahrzehnt im Bereich der Wal-Bioakustik. Ihre Arbeit umfasst Algorithmen zur Erkennung von Buckelwalgesängen sowie ein neueres Modell, das mehrere Walarten identifizieren kann. Mit der Veröffentlichung von Perch 2.0 kam den Forschern die Idee, das Modell auch für die Analyse von Walgesängen einzusetzen. Das Ergebnis war beeindruckend.
Die Fähigkeit von Perch 2.0, Walgesänge zu erkennen, deutet auf grundlegende Gemeinsamkeiten in den akustischen Mustern von Vogel- und Walgesängen hin. Dies könnte neue Einblicke in die Evolution der Kommunikation im Tierreich ermöglichen. Es zeigt auch das Potenzial von KI-Modellen, die in einem Bereich trainiert wurden, um in völlig anderen Bereichen eingesetzt zu werden.
Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie sind vielfältig. Sie könnte dazu beitragen, Walpopulationen besser zu überwachen und zu schützen, indem sie automatisch Walgesänge in großen Datenmengen identifiziert. Dies wäre besonders wertvoll in abgelegenen Gebieten oder in Regionen, in denen die Walbeobachtung schwierig ist. Darüber hinaus könnte die KI helfen, die komplexen Kommunikationsmuster von Walen besser zu verstehen und so einen Beitrag zum Schutz dieser faszinierenden Lebewesen leisten. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig interdisziplinäre Forschung und die Anwendung von KI in der Biologie sein können. Die Entwicklung von Perch 2.0 ist ein vielversprechendes Beispiel dafür, wie Technologie zum Schutz der Umwelt eingesetzt werden kann. Es bleibt spannend zu sehen, welche weiteren Erkenntnisse die KI in Zukunft liefern wird.
KI erkennt Walgesänge – dank Vogelstimmen-Training
18.3.2026
ia
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