Die Nutzung von KI-basierten Chatbots wie ChatGPT hat in den letzten Monaten rasant zugenommen. Doch nun formiert sich Widerstand. Die "QuitGPT"-Kampagne ruft Nutzer dazu auf, ihre ChatGPT-Abonnements zu kündigen und wirft ein kritisches Licht auf OpenAI, das Unternehmen hinter dem populären Chatbot. Alfred Stephen, ein freiberuflicher Softwareentwickler aus Singapur, war einer derjenigen, die sich von ChatGPT versprachen, seine Arbeit zu beschleunigen. Er abonnierte ChatGPT Plus für 20 Dollar pro Monat, um Zugriff auf fortschrittlichere Modelle zu erhalten. Doch schnell stellte er fest, dass die Fähigkeiten des Chatbots in Bezug auf Programmierung enttäuschend waren. Hinzu kamen die oft weitschweifigen und wenig präzisen Antworten. Über Reddit stiess Stephen auf die QuitGPT-Kampagne. Diese nennt mehrere Gründe für die Kündigung von ChatGPT-Abonnements. Zum einen wird auf eine bedeutende Spende von OpenAI-Präsident Greg Brockman an das Super PAC MAGA Inc. von Donald Trump hingewiesen. Diese politische Unterstützung stösst vielen Nutzern sauer auf. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Nutzung von ChatGPT-4 durch die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) für ein Tool zur Lebenslaufprüfung. ICE ist seit dem tödlichen Schusswaffengebrauch ihrer Agenten gegen zwei Personen in Minneapolis im Januar zu einem politischen Brennpunkt geworden. Die Tatsache, dass OpenAI mit einer solchen Behörde zusammenarbeitet, sehen viele als ethisch problematisch an. Für Stephen war die Spende von Brockman der ausschlaggebende Punkt. Er hatte bereits mit anderen Chatbots experimentiert und war von ChatGPT ohnehin nicht vollends überzeugt. "Das war wirklich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte", sagt er über die Nachricht von der Spende. Daraufhin kündigte er sein Abonnement. Die QuitGPT-Kampagne verdeutlicht, dass die Akzeptanz von KI-Technologien nicht bedingungslos erfolgt. Nutzer achten zunehmend auf die ethischen Implikationen und die politischen Verbindungen der Unternehmen, die diese Technologien entwickeln und vertreiben. Ob die Kampagne einen signifikanten Einfluss auf die Nutzerzahlen von ChatGPT haben wird, bleibt abzuwarten. Sie zeigt jedoch, dass OpenAI und andere KI-Unternehmen sich der Kritik stellen und Transparenz zeigen müssen, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und zu erhalten.