Die US-amerikanischen Impfrichtlinien sind möglicherweise noch nicht in Stein gemeißelt. Das deutete zumindest der stellvertretende Gesundheitsminister der USA, O'Neill, an. Er verteidigte zwar die Entscheidung der CDC (Centers for Disease Control and Prevention) zur Reduzierung empfohlener Kinderimpfungen, betonte aber, dass die Richtlinien "neuen Daten, neuen Denkansätzen" unterliegen, da derzeit neue Sicherheitsstudien durchgeführt würden. Brisant ist, dass sich O'Neill selbst als Anhänger des Vitalismus bezeichnet. Diese Bewegung sieht den Tod als "Kernproblem der Menschheit" an. O'Neill möchte die Umkehrung von Alterungsschäden zu einer Priorität der US-Gesundheitspolitik machen. Dies spiegelt sich auch in den Forschungsschwerpunkten der ARPA-H (Advanced Research Projects Agency for Health) wider. Die ARPA-H investiert massiv in Organersatz und Gehirnreparatur. 170 Millionen Dollar fließen in die Züchtung neuer Organe aus patienteneigenen Zellen und die Erforschung von Möglichkeiten zum Ersatz alternden Hirngewebes. O'Neill selbst zeigte sich offen für einen solchen Eingriff am Gehirn. Die zukünftige Ernährungspolitik der USA dürfte ebenfalls für Diskussionen sorgen. O'Neill befürwortet eine Ernährung mit "viel Protein und gesättigten Fettsäuren". Dies steht im Einklang mit neuen staatlichen Ernährungsrichtlinien, die von Ernährungswissenschaftlern kritisiert werden, da sie jahrzehntelange Forschungsergebnisse zu den Gesundheitsrisiken gesättigter Fettsäuren ignorieren. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die US-Gesundheitspolitik unter O'Neills Führung möglicherweise einen unkonventionellen Kurs einschlägt, der sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Die Entwicklung der Impfempfehlungen und die Forschungsprojekte der ARPA-H sollten genau beobachtet werden.